Fünf Tage allein auf der Mecklenburger Seenplatte

Fünf Tage allein auf der Mecklenburger Seenplatte

2.4. Nachdem Petra in diesem Jahr für unsere Frühjahrstour leider keinen Urlaub bekommen hat, musste ich meine Erholung alleine suchen. Dafür habe ich mir die Mecklenburger Seenplatte ausgesucht, weil ich dort mit wenig Versetzen viel paddeln kann. Die Anfahrt dauerte länger als ich geschätzt hatte, so wurde es sehr dunkel. Ohne Tageslicht auf den Straßenschildern habe ich mich dann auch noch verfahren. Der Campingplatz war schon geschlossen, danach fand ich gar nichts mehr. Schließlich habe ich mich gegen 22 Uhr total erschöpft auf einen kleinen Waldparkplatz gestellt.
3.4. In der freundlichen Morgensonne sah der Platz viel besser aus: Gleich hinter der Straße lag die für diesen Tag vorgesehene Einsatzstelle! Als erste Paddelecke hatte ich mir die Feldberger Seen und den Küstrinchen-Bach vorgenommen. Nach einem ruhigen Urlaubsfrühstück mit viel Zeit zum Lesen lud ich das Boot ab, schloss es an einem Baum an und kehrte zum Campingplatz am Dreetzsee zurück. Auch der sah ausgeschlafen und bei Licht viel freundlicher aus. Ich fand einen schönen Stellplatz mit Blick auf den See und kehrte mit dem Fahrrad zurück zum Boot. Gleich hinter dem Campingplatz entdeckte ich auf einer Wiese zwei große Vögel, die ich von weitem für Reiher hielt. Bei genauerem Hinsehen waren es aber Kraniche.
Das Boot lag noch unverändert am Ufer. Ich lud alles Gepäck vom Fahrrad in die Luken um und dann ging es auf den Lütten See. Spiegelglattes Wasser empfing mich in heller Sonne. Nur die Wasservögel brachten Muster in die Oberfläche. Der Lütte See geht bald in den Breiten Luzin über. Die Tiefe dieses Sees zeigte sich sehr bald: Die ruhige Fahrt wurde durch vertraute, allerdings bei 15 Grad unerwartete Geräusche unterbrochen: Mein "Sockeye" wurde zum Eisbrecher. Fast die ganze Länge es Sees musste ich mich durch teilweise noch festes Eis hacken. Erst als mir unter der Brücke in Feldberg andere Boote entgegenkamen, hatte ich Hoffnung, die geplante Tagesetappe auch bewältigen zu können. Der Lange Luzin war wieder völlig eisfrei. Der Breite Luzin, so las ich später, ist mit 58,5 Metern der tiefste See der Feldberger Seenplatte, da hat sich der Winter wohl versteckt. Die Vegetation ist gut eine Woche hinter der Wunstorfer zurück. Überall drückten erst die ersten Sprossen hervor. Gerademal die Krokusse in den Gärten stehen in Blüte.
An der Bäk (Graben zum Carwitzer See) freue ich mich, dass das Boot leer ist. Zwar kommt man an den Anlegern gut rein und raus, aber mit Gepäck wäre das alleine schon sehr mühsam. Weil es noch früh war (obwohl ich mir viel Zeit für eine Mittagspause mit Lesen in der Sonne gelassen habe), machte ich noch einen Abstecher in den Nordarm des Carwitzer Sees. Dieser größte der Seen hatte durch die Mittagssonne ordentlich Wind und auf der freien Fläche auch schon ein paar Wellen. Doch der schmale Arm nach Norden lag fast still. Neben mir schimpften zahllose Blesshühner über den noch ungewohnten Besuch. An einem Knick mit Rastplatz kehrte ich um. Versteckt im Schilf fand ich die Durchfahrt in den Dreetzsee. Viele Fische und irgendein größerer Taucher flohen vor dem Boot in die Schilfflächen rechts und links. Am Ufer des Sees entdeckte ich einen Bauern, der malerisch unter einer alten Windmühle mit einem Pferd sein Feld eggt. Wenig später erreichte ich das Auto, ließ das Boot auf dem Campingplatz liegen und holte das Fahrrad. Weil immer noch gut Zeit war, brachte ich das Rad gleich vor ans Ziel der morgigen Etappe, dann kann ich vom Dreetzsee gleich ohne Umsetzen starten. Während ich mein Abendessen kochte, flogen auf dem wieder spiegelglatten See aufgeregt balzende Schwäne umher. Ein Buntspecht klopfte in einem nahen Baum zum Konzert der Singvögel.

Tour: Lütter See (Einsatzstelle bei Tornowhof), Breiter Luzin, Schmaler Luzin, Carwitzer See (bis Höhe Zensen und zurück), Dreetzsee 21 Kilometer (16 mit dem Fahrrad zum Versetzen)

4.4. Nach tiefem, festen Schlaf wurde ich wieder von strahlender Sonne geweckt. Allerdings später als ich dachte - na ja, ich muss ja vor dem Paddeln auch nicht Versetzen! 9:15 war ich auf dem Wasser. Wie ein Spiegel lag der Krüselinsee südlich des Campingplatzes vor mir. Etwas mulmig war mir schon, die für diesen Tag geplante Strecke ist lang, hat viele Umtragestellen und in den schmalen Verbindungsbächen viele Unwägbarkeiten. Vorbildlich hergerichtete Umtragestellen machten es mir aber leichter. An der Krüseliner Mühle ist der Steg zu früh hinter der Mühle montiert. Ich musste gleich wieder aussteigen und das Boot noch einige Meter durchs flache Wasser ziehen. In engen Windungen, knapp über dem Grund (sicher weniger als eine Handbreit Wasser!) ging es in die Machnower Seen. Kleine Fische flohen vor dem Boot und brachten dabei rechts und links das Schilf zum Rascheln. Im nächsten Flussabschnitt überraschte ich zwei schwarze Wildschweine. Unschlüssig beobachteten sie mich eine Weile aus vielleicht 20 Metern Entfernung. Als ich die Kamera einschaltete, ergriffen sie die Flucht. Erst dabei bemerkte ich die Ferkel, die ihnen folgten. Mindestens zehn flitzten aufgeregt durch den Wald. Wie gut, dass sie sich nicht zum Angriff entschieden haben. Der Fluss war so flach - ein wütender Eber wäre eine echte Gefahr gewesen! Auch an der Kobatzer Mühle erwartet mich ein gut ausgebauter Umtrageweg, dazu ein Biwakangebot (nicht in der Jübermann-Karte). Am Haus werden Frühstück und Biergarten angeboten. Neben der Forellenzuchtanlage, gab es genug Wasser für die Weiterfahrt, auch wenn das Ende des Grabens vor der Schreibermühle langsam verkrautet. Auf dem großen Küstrinsee gab es wieder reichlich Platz. Die Sonne wärmte kräftig und längst fuhr ich im T-Shirt. Am Wehr in Küstrinchen noch einmal die Hinweisschilder auf die hier bestehende Befahrungsregelung. Der Mindestpegel von 30 cm macht Sinn. Ich hatte 36 cm - mit weniger würde man unwillkürlich aufsetzen. Ich würde sogar einige der oberen Bäche in die Regelung mit einbeziehen, diese sind streckenweise viel flacher und enger. Ab Küstrinchen kann man bei niedrigem Wasserstand große Bootswagen leihen, die dann von Pferden wieder hochgezogen werden. Ich konnte gut im Kajak weiterfahren. Auch die Bootsrutsche auf halber Strecke konnte ich fahren - trotz des Warnschildes kam ich ohne Grundberührung durch. Der Schutz dieses Baches dient u.a. dem Eisvogel. Diesen bekam ich allerdings nicht zu sehen, dafür aber einige Wasseramseln. Am Ende des gesperrten Abschnitts ist noch mal ein Biwakplatz am Ufer - toller Service! Allerdings wäre ich mit Gepäck im Boot einfach zu tief. Bald ging es an den Fachwerkhäusern von Lychen entlang. Die sechste Umtragestelle brachte mich in den Stadtsee mit schönen Ausblicken auf die alte Kirche, Reste der Stadtmauer und einzelne schöne Häuser. Am Ausfluss in den großen Lychensee schloss ich die Spritzdecke. Ab hier gab es wieder Wind und Wellen. Der Wind kam direkt von vorn, so dass das Boot leicht und glatt durch die Wellen zu steuern ist. Bald wurde es ruhiger und ich erreichte die Woblitz. Zunächst kanalartig, dann mit ausfransenden Ufern in wunderschöne Auenwälder. Hier im Kanal bekam ich das erste Mal auf dieser Tour einen Eisvogel zu sehen. Wenig später stand rechts ein Reh am Ufer. Im Windschatten der Wälder war es so heiß, dass ich mit freiem Oberkörper paddelte, bis ich auf den Haussee vor Himmelpfort kam. Obwohl die Schleuse so eingerichtet ist, dass man auch vom Einer aus alles selber machen könnte, trug ich eben um - das geht doch schneller und das Boot war leer (und ich gut in Übung). Noch eben über den Stolpsee, dann habe die Paddelei geschafft. 27 Kilometer mit 7 Umtragestellen, dazwischen entweder kleinste Bächlein oder stehendes Wasser - dennoch eine sehr lohnende Fahrt! Mit dem Boot am Ufer begann die zweite Tagestour: Mit dem Fahrrad zurück zum Start, wo das Auto noch wartet. Die Straßen führen nicht so direkt, daher kam ich am Ende auf 38 Kilometer Radtour. Einige dieser Kilometer habe ich mir selber zuzuschreiben: Da die Straße streckenweise über schlimmstes DDR-Kopfsteinpflaster führt, traute ich jedem Hinweisschild auf Wanderwege. Eigentlich könnten diese nur besser sein. Sind sie auch, allerdings unterwegs schlecht beschildert. So fuhr ich auf den Sandwegen einen ziemlichen Zick-Zack-Kurs, konnte aber schließlich die Kopfsteinstrecke doch abschneiden. Erschöpft und müde kam ich am Campingplatz an, wo ich in der Abendsonne die Stille, bzw. die Rufe der Wasservögel genoss. Schade, dass der Wetterbericht so schlecht war…

Tour: Krüselinsee - Mechnowsee - Küstrinsee - Küstrinchener Bach - Oberpfuhlsee - Stadtsee - Großer Lychensee - Woblitz - Stolpsee; 27 Kilometer; (mit dem Fahrrad 38 zum Versetzen)

5.4. Entgegen aller Vorhersagen wurde ich noch Mal mit Sonne geweckt. Während des Frühstücks flog hell erleuchtet in all seiner Farbenpracht ein Eisvogel vor dem Platz vorbei. Die Anstrengung vom letzten Tag steckte mir noch in den Knochen, so war ich wieder erst 9:15 startklar. Ich versetzte zum Gobenowsee, um von dort aus Rundfahrten zu machen. Auf dem Weg suchte ich einen Bäcker, weil ich mein Brot schon aufgegessen habe. In den Dörfern waren keine Lebensmittel mehr zu bekommen, also machte ich den Umweg über Wesenberg, wo ich zufällig gegenüber der Schusterei von Petras Großonkel(?) parkte. Bei leichtem Regen erreichte ich den Campingplatz am Gobenowsee. Fast hatte ich mich schon zu einem Lesetag entschieden, da starteten drei Paddler in Leihbooten. Da musste ich natürlich auch aufs Wasser. Um 11:15 war ich so weit und legte ab. Zunächst über vertrautes Gewässer: den Labusee und den Vilzsee. Kaum war ich auf dem Wasser, hörte der Regen wieder auf. Im Laufe des Tages kam sogar der eine oder andere Sonnenstrahl durch die Wolken. In der Diemitzer Schleuse tat sich gar nichts, also stieg ich an der Spundwand aus zum Umkarren. Raus ging auch ganz gut, das Wiedereinsetzen war schwerer. Das Schleusengelände ist eingezäunt, nur ganz am Ende vor der Brücke fand ich einen Durchlass zum Wasser. Auf dem Vilzsee fuhr ich wieder neue Strecke: Ich durchfuhr ihn in ganzer Länge und bog dann durch den Zethner See in den Schwarzer See ab. Malerisch liegt Schwarz am Ufer. Auf allen Seen war ich alleine, ein ungewohnter Anblick in diesem so überlaufenen Revier. Ich dachte viel an Petra, die an dieser Tour sicher auch viel Freude hätte. Ich entspannte mich in kürzester Zeit, genoss es, nicht reden zu müssen, wollte andererseits dann doch die Schönheiten und Erlebnisse mit ihr teilen. Dafür reichte das abendliche Telefonieren nicht aus. Aus dem Schwarzer See ging es weiter in den Fehrlingsee. Dort ist ein Rastplatz mit Dach und Bank eingerichtet, wo ich meine Mittagspause mit Lesen und Essen verbrachte. Neugierig kletterte ein Teichhuhn zu meinem Boot aufs Ufer. Vor dem Steg patrouillierten einige Graugänse. Über mir kreiste ein großer Raubvogel, den ich für einen Fischadler hielt. Auf dem Rückweg traf ich ihn wieder mit Baumaterial für ein Nest im Schnabel. Damit verschwand er im Schilf. Vom Vilzsee bog ich nun zur Fleether Mühle ab. Diese besteht nur noch aus verkohlten Balken - Schade, das war beim letzen Besuch ein schöner Anblick. Bei der Pause nach dem Umtragen umflog mich ein Eisvogel. Getrieben vom Rückenwind und einer aufziehenden dunklen Regenwolke durchquerte ich zügig den Rätzsee. Nur im Drosedower Bek ließ ich mir Zeit. Verwilderter Auwald an beiden Seiten lässt ahnen, wer hier alle wohnt. Doch es waren "nur" zahllose Singvögel zu hören. Erst ganz am Ende dieses schönen Abschnitts wurde ich noch einmal überrascht: Drei Rehe ästen ruhig am Ufer. Mit der Steueranlage am Boot konnte ich mich geräuschlos gegen den Wind auf sie zutreiben lassen und einige schöne Fotos machen. Bis auf ca. 10 Meter kam ich heran, dann war der letzte Schwung verbraucht. Erst als die Rehe von selber weiterzogen, griff ich wieder zum Paddel und erreichte hinter der nächsten Kurve sicher das Auto. Beim Telefonieren konnte Petra durch das Handy das Konzert der Vögel auf dem fast leeren Platz mithören.

Tour: Gobenowsee - Dollbek - Labusee - Peetschsee - Vilzsee - Zethner See - Schwarzer See - Fehrlingsee - Schwarzer See - Zethner See - Vilzsee - Rätzsee - Drosedower Bek - Gobenowsee; 32 Kilometer

6.4. Noch eine Tour voller schöner Überraschungen. Kurz vor 9 Uhr startete ich vom Platz Richtung Wustrow. Mit dem Umkarren hatte ich nun schon genug Übung, so dass es auch hier schnell erledigt ist. Gut, dass ich den stabilen Bootswagen habe! Vom Pälitzsee hatte ich etwas Mühe die Einfahrt in die Schwaanhavel zu finden. Ich entdeckte eine gelbe Tonne im Schilf, doch wenn das eine Wegmarkierung war, dann ist diese lange überholt. Das Schilf war zu dicht für eine Durchfahrt (erst recht zur Brutzeit). Bei zunehmendem Wind tastete ich mich am Ufer entlang bis ich doch noch die schmale Einfahrt fand. Der Wasserstand war deutlich höher als ich es vom Sommer kannte, so das jetzt auch kein Abfluss durch die Schwaanhavel erfolgt. Ein Ort der Ruhe - unwillkürlich paddelte ich langsamer und lauschte. Besonders deutlich waren auch hier die Kraniche zu hören. Mehrere riefen vom linken Ufer, ich konnte sie allerdings durch die Büsche nicht sehen. Am Abzweig von der Havel steht ein hässliches Schild: Jahres-Erstbefahrung 1.1.05 - wen interessierts? Auf der Havel begegnete mir ein einsames Motorboot. Wenig später entdeckte ich am Ufer einen weiteren Kranich - diesmal in bester Sicht- und Fotoweite! Unbeirrbar ließ er mir Zeit, um Boot und Kamera auszurichten. Auf dem großen Priepertsee bekam ich zum ersten Mal zu spüren, wie kräftig der Wind an diesem Tag wehte. Das ließ nichts Gutes ahnen, einige größere Seen lagen ja noch vor mir. Doch vom Elbogensee kamen mir nur auf den ersten Metern noch einige Wellen seitlich ans Boot, dann wurde es recht ruhig. Vor der Schleuse in Strasen entdeckte ich wieder einen Fischadler - diesmal gelang auch ein Foto auf dem Baum, auf dem sogar ein Fisch in den Fängen zu erkennen ist. Freundlicherweise wurde ich sofort - allein - geschleust. Der große Pälitzsee liegt direkt in Windrichtung und so kamen die Wellen hier auch besonders heftig mit ersten Schaumkronen. Ruhig und sicher glitt mein "Sockeye" hindurch - gut, dass das Steuer montiert war. Im kleinen Pälitzsee kam mir eine große Gruppe Jugendlicher in Canadiern entgegen. Vorweg und hinterher fuhr jeweils ein Motorboot - wohl mit den Lehrern. Das halte ich bei diesem Wind mit den frühjährlichen Wassertemperaturen für sehr leichtsinnig. Keines der Boote kann auch nur im Takt paddeln, geschweige denn einen Kurs halten. Hoffentlich geht das gut! Ich hatte die schwerste Strecke schon hinter mir. Ruhig fuhr ich durch den Canower See. An der Schleuse war niemand zu sehen. Ich stieg aus, um das Umtragen zu erkunden, da kam eine freundliche Frau herbei und bot an, mich zu schleusen. Sie freue sich ja über jeden, der überhaupt komme… Kaum war ich oben, schob sich von da ein Motorboot in die Schleuse - So ein Gedränge aber auch! Auf dem Labusee hatte ich Rückenwind genau auf die Einfahrt zu - da darf man sich nur nicht vertun. Der Kurs passte aber - dann wieder ein windstiller geschützter Flussarm - sofort wurde mir zu heiß. Vom Gobenowsee machte ich noch ein Foto vom Campingplatz und legte nach 6 ¼ Stunden wieder an. Vom Steg legte gerade en älteres Ehepaar im Zweier ab, für eine Kurztour zur Fleether Mühle. Langsam beginnt die Saison.

 

Tour: Gobenowsee - Kienzsee - Plätlinsee - Schwaanhavel - Havel - Großer Priepertsee - Ellbogensee - Großer und Kleiner Pälitzsee - Canower See - Labusee - Dollbek - Gobenowsee; 33 Kilometer

7.4. Das Wetter war noch einmal besser als die Vorhersage. Starker Regen war angesagt, es hat aber nur leicht genieselt. Daher bin ich nach Blankenförde gefahren, um von dort den obersten Teil der Havel zu erkunden, den ich noch nicht kannte. Der frische Wind auf dem Jäthensee machte die Überfahrt etwas anstrengend, da er direkt von der Seite kam - ich hätte wohl doch das Steuer montieren sollen! Danach in der Havel wurde ich von mehreren Eisvögeln und vielen Graugänsen am Ufer begrüßt. Diesmal hat es sogar fast mit einem Foto vom Eisvogel geklappt. Man konnte schon erkennen, was ich aufgenommen habe, wenn auch nicht scharf. Auf dem Zotzensee wehte mich der Wind sanft hinüber. Der Regen hörte ganz auf und ich genoss die ruhige Fahrt. Die Lorenanlage an der Granziner Mühle war für mein eines Boot etwas überdimensioniert, aber die Weiterfahrt lohnte die Mühe. Gegen Mittag frischte der Wind immer mehr auf, so dass ich den Käbelicksee nicht wie geplant bis nach Kratzeburg durchfuhr, sondern schon auf Höhe des Campingplatzes umkehrte. Der Rückweg wurde sehr anstrengend, weil der Wind böig und meist von vorn wehte. Nach und nach packte ich alles, vor allem meinen windanfälligen Hut in die hinterste Luke, damit ich bei eventuellen Rollversuchen nichts Störendes zwischen den Beinen hätte. Vor allem die Durchfahrt durch den Jäthensee mit dem nun starken Seitenwind und sich kreuzenden Wellen von beiden Seiten der Insel gestaltete sich sehr anstrengend. Ich paddelte kräftig und nur noch auf der rechten Seite, immer bedacht, das Paddel flach zu halten, um nicht von Böen umgerissen zu werden. Ohne Steuer wollte das Boot stark in den Wind drehen. Mit tiefen Durchatmen kam ich bei Sonnenschein im Windschutz von Blankenförde an. Ein lohnender Abschluss meiner Tour.

Tour: Havel von Blankenförde aufwärts: - Jäthensee - Zotzensee - Pagelsee - Schulzensee - Granziner See -Käbelicksee - zurück; 26 Kilometer

 

Thomas Gleitz