Die Abenteuer des kleinen Rollmops

Die Abenteuer des kleinen Rollmops

Hallo, mein Name ist "Rollmops". Ich bin ein Wildwasserkajak. Einige haben mich schon gesehen, als Thorben mit mir beim Ferienspaß am Hagenburger Kanal Eskimorollen vorführte, daher auch mein Name.
Ich möchte Euch von einer Woche in Österreich berichten. Thorben hat mich Heiner mitgeben, damit ich mal richtiges Wildwasser kennen lerne. Ich kannte bisher nur die Oker und das Wehr in Neustadt.

Sonntag, den 27.7.08:

Chris bringt uns nach Wunstorf zu Thomas Gleitz, der leider noch bis 19 Uhr Kirchenarbeit zu leisten hatte. Die Sache mit dem Aufladen…ich soll auf´s Dach…. Ich bin zu kurz!? :-( Blödsinn!! Die Dachträger sind zu weit auseinander…baut das mal schön um!
Na also, geht doch! Auah, nicht so grob…..noch nicht auf dem Wasser und schon die erste Macke. (Ich heiße Rollmops und nicht Roll-Nops… Auf dem Kopf reisen…grummelgrummel… Noch schnell Thomas Prause in Basse abgeholt und schon geht es ab in Richtung Österreich!!

Montag, den 28.07.08:

7.00 Uhr Ankunft Camping "Weiberlauf" an der Salza. Leichter Dunst, die Sonne ist noch nicht da und der Platzwart auch nicht. Also flussaufwärts einen Platz an der Sonne suchen, denn die Jungs müssen ja noch frühstücken. Dies wird an der Ausstiegsstelle für heute, dem Parkplatz "Weichselboden" erledigt.
Nun geht es wirklich los!
Am Gusswerk wird eingesetzt…Denkste! Die müssen sich erst noch umziehen. Sind schon umständliche Wesen, diese Paddler…Aber jetzt! 16 Kilometer leichtes Wildwasser zum Einfahren. Herrlich!!!
He, was ist los, warum so verkrampft?! Haha, Heiner ist wohl ein kleiner Unterschied mit so einem kurzen Gnubbel, wenn man bisher nur T-Canyon gefahren ist - ja, genau 1 Meter (Heiner) - Na und?
Wie, wir werden keine Freunde? Werd einfach mal locker, Heiner…na siehste, geht doch! (Na das kann ja noch heiter werden mit dem Typen!) So, angekommen, nicht gekentert, fast alle Kehrwasser gekriegt und stützen kann er auch noch. Aber das wird noch ein hartes Stück Arbeit, bis ich den so weit habe!
Thomas muss nur noch mit dem Fahrrad das Auto holen und dann geht´s zum Zeltplatz. Was erzählt der Heiner: lieber ein längeres Boot? Na, das wollen wir doch mal sehen!
 

Dienstag, den 29.7.08:

Was ist denn heute Morgen mit Heiner los? Ah, hat schlecht geschlafen. Gewitter, Zelt nicht ganz dicht - na der kann sich anstellen - Ich musste die ganze Nacht im Regen aushalten! Weicheier!
Heute soll es wieder auf die Salza gehen, von Wildalpen bis Camping Weiberlauf. 25 Kilometer Wildwasser II+ bis III. Die erst angedachte Lassing hat nicht genug Wasser. Die Salza dagegen ist gut eingeschenkt mit milchig grünem Wasser.
Heute hat Heiner auch nicht so lange gewackelt! Langsam gewöhnen wir uns aneinander. Ansonsten 25 Kilometer herrliches Wildwasser, viele Möglichkeiten zum Spielen und Üben. Selbst der Stau vorm Ziel hatte noch Strömung. Einfach nur geil! Wie, was, Gail? Nein, zur Gail kommen wir später!
Während Thomas G. seine zweite Fitnesseinlage mit dem Fahrrad einlegte (ca. 25 km!), um das Auto zu holen, mussten Thomas P. und Heiner uns 3 Boote einen ziemlich steilen Weg hoch schleppen. Haben ganz schön gepustet :-) Später wurde lecker gegrillt und ich habe nichts abbekommen. :-(
Per Handy hat Thomas P. dann auch Martin erreicht. Wollen wohl morgen noch die Teichl fahren und uns dann in Lienz mit seiner Familie treffen. Dann braucht Thomas G. nicht immer das Auto mit dem Fahrrad nachholen…er sieht auch schon ganz mager aus!

Mittwoch, den 30.7.08:

Heute Morgen dauert es noch etwas länger, da Heiner sein Zelt abbauen muss. Währenddessen laden Thomas und Thomas uns wieder auf´s Dach. (Mich wieder verkehrt herum!) Nun geht es zur Brücke "Windischgarsten", unsere heutige Einsatzstelle. Nach dem Abladen bringt Thomas G. das Auto vor zur Steyrmündung und kommt - na? - richtig mit dem Fahrrad zurück! Es liegen 15 Kilometer Wildwasser I-III vor uns. Leider haben wir heute etwas wenig Wasser, aber die Landschaft ist wieder mal toll! Die Teichl fließt nämlich durch eine schöne Konglomeratschlucht, einfach super! Heute werden wir von einer Gruppe Paddlern aus Hamburg überholt. Zum Teil mit alten 4 Meter-Booten. Geht wohl auch, aber sie fahren einfach nur durch. Kein Spielen, kein Kehrwasser… wie langweilig!
An der Steyr angekommen, wollen unsere Jungs mit uns 500 Meter stromauf zur Brücke paddeln! Wohl nicht unsere Stärke… es gibt auch keine Kehrwasser zum Schummeln… Nach der Hälfte geben sie auf und tragen uns lieber den Rest des Weges.
So, und jetzt wieder verkehrt herum auf´s Autodach und ab nach Lienz. Um 20.10 Uhr trafen wir auf dem Campingplatz "Falken" in Lienz ein. Martin wartet schon ganz besorgt, da wir 10 Minuten später als angekündigt ankamen. Nach fast 300 Kilometern! Aber den Jungs hat das Willkommensbier sehr gut geschmeckt.

Donnerstag, den 31.7.08:

Heute geht es auf die Isel. Sie hat wirklich gut Wasser. Tolle Wellen und Walzen gleich am Anfang! Hey, Heiner! Warum wieder so verkrampft? Ich denke, Du kennst die Isel? Ja, aber vor 35 Jahren… Ach, geht doch prima! Man kann auch durch die Walzen fahren, siehste, geht doch, Heiner… Heiner? Die anderen fahren weiter rechts… ich hab es doch gesagt, jetzt isses so weit! Stützen, stützen… stüüüützen!!!
Puh, gerade noch mal gut gegangen! Ach kuck mal! Thomas hat schon den Haken in der Hand!
Am Abend haben alle wieder gegrillt und sich vor dem Regen im Vorzelt verkrochen…gibt für die Gail morgen bestimmt gut Wasser.
 

Freitag, den 1.8.08:

Das mit dem Wasser war wohl nichts! Weniger dürfte es nicht sein. Obwohl es den Jungs in den leichten Verblockungen und der tollen Landschaft trotzdem Spaß macht, haben wir ganz schön zu leiden! BONG! Auah! Pass doch auf!!

Samstag, den 2.8.08:

Die Lieser - Heiner ist schon wieder ganz schön nervös! Dabei hat es bis jetzt doch ganz gut geklappt! Ich konnte meinem Namen noch gar keine Ehre machen, hihi…
Thomas P. ist heute leider nicht mit auf dem Wasser, er verträgt sich nicht mit seinem Neo… daher begleitet er uns mit dem Auto und fotografiert.
Wir haben knapp Mittelwasser (Pegel Zielturm etwa 160 cm) und technisch ist die Lieser schon das anspruchvollste diese Woche, aber wir schaffen das schon .. .wir sind ja soo gut. Hups, wie, was? So herum lag ich bisher nur auf dem Autodach! Jetzt ist es also passiert, gekentert auf der Lieser. Aber…ja jetzt hat er doch gerollt! Geht doch!!! Thomas G. freut sich auch, denn hier zu bergen wäre kein Spaß gewesen. Nun wieder konzentrieren, schön hinter Martin herfahren, nicht so viel Abstand! RUMS! Auah, meine Nase!! Jetzt hab ich ´ne Beule… He, man fährt nicht frontal auf Steine auf!! Und die Schlucht kommt erst noch! Aber die haben wir dann gemeinsam viel besser hinbekommen! Die Lieser war ein wirkliches Highlight zum Abschluss dieser 6 Tage.
So, nun habe ich noch eine Bitte. Erzählt das alles nicht Thorben, sonst wird er noch neidisch…!! Jedenfalls freue ich mich darauf, mit ihm auch so tolle Wasser zu fahren! I C H kenn mich da ja jetzt aus!
Bis zu meinem nächsten Abenteuer!
Euer Rollmops
 Ich kann mich Rollmops nur anschließen, es war eine tolle Woche mit prima Mitpaddlern, die mich als ältesten gut mit durchgezogen haben. Danke!
Ich hoffe dass wir im nächsten Jahr auch eine gute Gruppe zusammenbekommen, vielleicht zur Soca? Vielleicht habt ihr ja Lust. Ach ja, und jetzt suche ich auch so ein kurzes Boot!
Immer noch ganz happy

Heiner Kölling

Wildwasser in Österreich 2008

Thomas Gleitz hatte zur Wildwasserwoche nach Österreich aufgerufen, aber leider fanden nur 3 Kanuten Zeit teilzunehmen. Nachdem wir die ganze Nacht mit der Anfahrt zugebracht hatten, nahmen wir uns am Montag sogleich zum Einpaddeln die leichtere obere Strecke der Salza vor. Leichte Schwälle und eine grandiose Naturkulisse waren gerade richtig, um Heiner und mich wieder mit dem wilden Wasser vertraut zu machen.
Nachdem wir gründlichst ausgeschlafen hatten fühlten wir uns fit genug, für die etwas schwereren unteren Strecken, die ebenfalls schönes Wildwasser und Schluchtkulissen bereit hielten.
Am Mittwoch stand die Teichl auf dem Programm,die bei moderatem Wasserstand zwar selten über den zweiten Grad hinausging, aber landschaftlich genau wie die Salza ein echter *Sechser* sein dürfte. Um uns mit Martin zu treffen, fuhren wir dann noch hinauf nach Lienz an der Isel.
Diese wartete dann am nächsten Tag mit ordentlichem Wasserstand sowie hohen Wellen und Walzen auf uns. Es wurde eine spritzige Abfahrt die durchaus die angekündigte Schwierigkeiten von 3-3+ erreichte.
Am Freitag ging es weiter ins Tal der Gail. Leider fanden wir, trotz abendlichen Gewittern, den Wasserstand gerade ausreichend vor. Leichte Verblockung in einigen Abfällen und die wiederum schöne Umgebung haben aber trotzdem viel Spaß gemacht.
Den perfekten Abschluss bildete am Samstag die Befahrung der Lieser die teilweise ordentlich verblockt auch die paddlerischen Fähigkeiten nochmals forderte. Leider konnte ich die tollen Passagen nur vom Ufer fotografierend begleiten, da mich mal wieder eine vermaledeite Allergie plagte.
Alles in allem eine perfekte Woche. Danke an Thomas für die Flussauswahl und so manchem Tipp im Wildwasser. Alle waren sich einig: das muss wiederholt werden.

Thomas Prause