Paddelpost 3 - 2011

Impressum

 

Paddelpost
zum 50. Jubiläum des Vereins
Mitteilungsblatt des Kanu-Clubs Steinhuder Meer e.V.
3 / 2011
Liebe Mitglieder,
Hier nun wie dringend erwartet einige zusätzliche Informationen zu unserer Jubilämsveranstaltung am 27.
August:
Offizieller Beginn ist um 18 Uhr an den Strandterrassen in Steinhude (bei gutem Wetter draußen, sonst im
Haus). Vorher gibt es eine Rundfahrt mit einem Auswanderer, Start 16:30, Kosten ca 6,- Euro. Dazu ist eine
gesonderte Anmeldung bis zum 20.8. bei Klaus Schernewsky erforderlich. Wer lieber Paddeln möchte, kann dies
auch tun, Frank Engelhardt bereitet eine Tour auf dem Meer vor, näheres dazu demnächst auf der Homepage
oder bei ihm. Bis zum offiziellen Start mit Sektempfang sollten sich dann alle entsprechend trocken gelegt /
umgezogen haben, damit die geladenen Gäste nicht vor leeren Rängen reden müssen.
Ab 19:00 läuft dann für uns der Grill heiß. Für 14,90 Euro (Kinder bis 12 Jahre 8,-) jeweils zzgl. Getränke, bekommen
wir ein reiches und abwechslungsreiches Buffet angeboten.
Das Kuchenbuffet dürfen und müssen wir selber bestücken. Bringt also bitte als Nachtisch und Mitternachtsverpflegung
die bewährten Kuchenspenden mit. Nach dem Essen gibt es Tanzmusik, Zeit zum Klönen, Bilder
aus der Vereinsgeschichte u.a.
Der Vorstand freut sich auf Euer Kommen!
1961 – 2011 Fünfzig Jahre Kanu-Club Steinhuder Meer
Nach dem 40-jährigen Vereinsjubiläum, das am 7. Dezember 2001 mit einer würdigen Feier im Hagenburger
Ratskeller begangen wurde, sind 10 Jahre vergangen. Der Club besteht nun seit einem halben Jahrhundert. Über
die ersten 40 Jahre haben Herbert König und Manfred Schürzeberg eine ausführliche Chronik verfasst. Hier soll
nun über die letzten 10 Jahre (2001 bis 2011) berichtet werden.
40jähriges Vereinjubiläum
Die Jubiläumsversammlung 2001 war mit knapp 60 Anwesenden gut besucht. Als Ehrengäste konnten der
Samtgemeindebürgermeister Artur Adam (selbst Paddler), der LKV Präsident Dr. Otto Stumpf, sowie die Vorsitzenden
vom KC Flotwedel und vom Yacht Club Hagenburg, die Herren Spennemann und Günther begrüßt
werden. In ihren Grußworten betonten sie die Verbundenheit mit unserem Club und wünschten für die Zukunft
alles Gute.
Im Rahmen der Feier wurden die noch lebenden Gründungsmitglieder Ingelore und Dietrich Thake und Walter
Aulich geehrt; außerdem Herbert König für 30 Jahre Arbeit im Vorstand und Monika Thake-Schlimm für 40-jährige
Mitgliedschaft.
Im geselligen Teil der Veranstaltung zeigten die Kanuten, dass sie neben den Paddeln auch ihre Tanzbeine – teilweise
sehr elegant – schwingen können.
Winterfahrten
Seit Gründung des Vereins liegt der Schwerpunkt seiner kanusportlichen Aktivitäten beim Wanderpaddeln.
Anfangs hauptsächlich auf heimischen Gewässern rund um das Steinhuder Meer, später auch auf Klein- und
Großflüssen entfernterer Regionen und im Ausland. Bis heute gibt es auch noch eine feste Gruppe von Wildwasserfreaks.
In den letzten Jahren erfreuen sich Winterfahrten zunehmender Beliebtheit. Immer mehr Mitglieder reizt die
Faszination winterlicher Touren in Kälte, Eis und Schnee. Ermöglicht werden gerade Gepäckfahrten bei teilweise
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erheblichen Minusgraden erst durch eine entsprechende
Ausrüstung, damit die Angelegenheit zum
Genuss und nicht zur Tortur wird. Mit entsprechenden
Angeboten im Fahrtenprogramm hat der Verein
auf die Nachfrage reagiert. Die Resonanz war gut;
und zahlreiche Artikel in der Paddelpost berichten fast
schwärmerisch von interessanten, erlebnisreichen –
manchmal schon abenteuerlichen – Winterfahrten.
Gefangen im Packeis
Dies können einige unentwegte Winterpaddler von
sich behaupten. Anfang Januar 2002 sollte eine Gepäckfahrt
auf der Warnow von Sternberg bis Rostock
stattfinden. Angekommen auf dem Campingplatz
Sternberg wärmten ein kräftiges Lagerfeuer und heißer Glühwein zwar die Kanuten auf; aber bei –10 Grad
Nachttemperatur war der See zwischen Campingplatz und dem Fluss am anderen Morgen zugefroren und nicht
zu befahren. Die Fahrt konnte erst am Mildenitzer Wehr begonnen werden. Herrliche Wintersonne bescherte
eine schöne Fahrt bis zum nächsten Zeltplatz. Anstrengend waren lediglich die Portagen um zugefrorene Flussabschnitte.
Nach einer zweiten eiskalten Nacht ging am nächsten Morgen wegen einer geschlossenen Eisdecke
gar nichts mehr. Unsere Paddler fühlten sich gefangen im Packeis. Es hat ihnen dennoch sehr gut gefallen!
Von einer Fahrt zur Wintersonnenwende auf der Unterelbe im extrem winterlichen Dezember 2010 schwärmen
aber auch nur den ganz Harten.
Gefangen im Bootshaus
Auch in einem Bootshaus kann man gefangen gehalten werden. Weil es immer so toll war sollte Ende Februar
2004 mal wieder ein Besuch im Bootshaus Scheeßel mit Tagesfahrten auf umliegenden Kleinflüssen stattfinden.
Selbstverständlich gab es abends auch wieder die obligatorische Feuerzangenbowle. Ob es wohl an diesem
Getränk gelegen hat? Man weiß es nicht! Jedenfalls ließ sich irgendwann am späten Abend die Eingangstür des
Bootshauses von innen nicht mehr öffnen. Weil alle Fenster aus Sicherheitsgründen vergittert waren, saßen
wir fest. Nun war guter Rat teuer. Die Rettung brachte ein Anruf per Handy beim Vorsitzenden des gastgebenden
Kanuclubs, der uns von außen befreien konnte. Ein überzeugender Beweis dafür, dass ein Handy doch auch
manchmal sehr nützlich sein kann.
Leider steht uns das Bootshaus in Scheeßel heute nicht mehr zur Verfügung. Das feste Standquartier für die nur
im Winter befahrbaren Kleinflüsse der Gegend fehlt uns doch sehr. Es bleiben aber viele Erinnerungen daran.
Wattenmeerfahrten
Eine ähnliche Entwicklung wie bei den Winterfahrten ist auch bei Wattenmeerfahrten festzustellen. Christian
Zhorzel hat es verstanden, seine Begeisterung für das Salzwasser
auch auf andere Mitglieder zu übertragen. Unvergessen sind die Touren
zum Leuchtturm Hoher Weg. Oder die etwas andere Vatertagstour
2001 in vier Tagen zu fünf Leuchttürmen. Auch die Vatertagstour
2002 fand wieder auf der Nordsee statt in die Wunderwelt der Watten,
Sande und Halligen von Südwesthörn nach Sylt, Amrum, Hallig
Hooge, Hallig Langeneß nach Schlüttsiel. Manfred Schürzeberg zog
folgendes Fazit seiner zahlreichen Wattenmeerfahrten:
Auf See – unendliche Weite, Einsamkeit und seelische Ruhe
An Land – Hektik, Staus und Rastlosigkeit
Wie wahr!
Schnapszahl 44
Zum Feiern lässt sich immer ein Grund finden. Am 17. und 18. September
2005 war es der 44. Gründungstag unseres Vereins. Insgesamt
23 Teilnehmer beteiligten sich am diesem „festlichem Wochenende“.
Es begann mit einer Grillparty für jung und alt bei Hildegard & WolfPaddelpost
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gang Trampler im Garten. Emanuel Tobschirbel hatte genau 44 Stücke Grillfleisch und 44 Würstchen bester
Qualität vom Bauern besorgt. Das Wetter spielte
auch mit und so bewahrheitete sich mal wieder
das bekannte Sprichwort: „An schönen Sommertagen
denken Männer immer nur an das Eine –
sie wollen grillen!“ Genug erfahrene Grillmeister
sorgten umgehend für ein reichliches, leckeres
Mahl. Allerdings endete die Party bereits pünktlich
um 19.44 Uhr, weil am nächsten Tag eine
anstrengende Tour bevorstand.
Gerd Büttner hatte die Idee, Christian Zhorzel
tüftelte die Route dazu aus: Auf 44 Kilometern
auf dem Wasser und zu Lande von Wunstorf nach
Wunstorf. Selbstverständlich unter Einbeziehung
des Steinhuder Meeres, dem unser Verein ja
schließlich seinen Namen verdankt.
Start und Ziel war also in Wunstorf. Zunächst ging es auf der Aue abwärts in die Leine bis Neustadt a. Rbge.
Dort ging es raus aus den Booten und hinein in die Wanderstiefel. Mit den Booten im Schlepptau zog die Karawane
an erstaunten, kopfschüttelnden Zuschauern vorbei quer durch die Neustädter City und auf der Moorstraße
über 9 km nach Mardorf. Von dort ging die Fahrt wieder auf vertrautem Wasser um die Insel Wilhelmstein
herum über das Meer. In Steinhude hieß es dann wieder: raus aus den Booten und in die Wanderschuhe
zum Marsch ins 6 km entfernte Bokeloh. Die Aue führte die ermatteten Teilnehmer nach genau 44 Kilometern
(29 km gepaddelt, 15 km gelaufen ) zurück ans Ziel in Wunstorf.
Eine verrückte Tour – passend zum Anlass.
Zum 50jährigem Jubiläum ist eine Wiederholung als Jubiläums-Rundfahrt auf West-Aue, Leine, Steinhuder
Meer und West-Aue am 2. April 2011 vorgesehen.
Diese Tour hat inzwischen stattgefunden.
Sowohl die regionale Presse als auch
der „Kanusport“ haben darüber ausführlich
berichtet.
Lebendige Vereinsarbeit
In den 50 Jahren seines Bestehens haben
sich auch im Kanuclub Steinhuder Meer
sowohl die inneren als auch die äußeren
Rahmenbedingungen und Strukturen verändert.
Es verstarben einige „alte Hasen“.
Stellvertretend sei an den plötzlichen Tod
des Gründungsmitgliedes Dietrich Thake im
Januar 2002 erinnert; im September 2008
verstarb vollkommen unerwartet unser Paddelkamerad Manfred Schürzeberg.
Die Jugendgruppe wurde durch Wohnortwechsel als Folge von Studium und Beruf deutlich dezimiert. Wanderfahrer
gehen mit ihren Booten weniger auf Salzwasser. Wohnwagen- und Wohnmobilbesitzer unternehmen
eher weniger Gepäckfahrten, auf denen sie ihre teuren Unterkünfte nicht mitnehmen können. Einigen wenigen
Austritten standen zahlreiche Neueintritte gegenüber. Der Verein wurde größer, seine Mitgliederstruktur vielschichtiger,
die Ansprüche größer. Die Vereinsarbeit hatte sich den geänderten Verhältnissen mit neuen Konzepten
anzupassen.
Nachdem der amtierende Wanderwart Christian Zhorzel anlässlich der Versammlung 2004 mit berechtigtem
Ärger auf den Vorwurf, im Verein sei nichts mehr los, reagierte und dies mit Zahlenangaben widerlegen konnte,
bemühte sich der Vorstand, die zweifellos vielfältigen, attraktiven Angebote besser und einer breiteren Mitgliederschicht
„zu verkaufen“. Zu diesem Zweck wurde im März 2005 zu einem Workshop eingeladen. In zwanglosen
Runde wurden Ideen zu weiteren Veranstaltungen, zur Webung neuer Mitglieder entwickelt und diskutiert.
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Selbstverständlich konnten nicht gleich Patentrezepte gefunden werden; aber die Problematik wurde erkannt
und mögliche Lösungsansätze aufgezeigt.
In der Folgezeit zeigten sich erste Erfolge durch Öffentlichkeits-/
Pressearbeit und Präsenz im Internet. Ein Schnupperpaddeln
im April stieß auf unerwartet hohe Resonanz. Mehr
als 30 Teilnehmer – sowohl Jugendliche als auch Erwachsene
– erschienen und die Presse berichtete ausführlich. Eine
Fortsetzung gab es im Juni beim Familienwochenende in
Flotwedel; Fazit 8 neue Mitglieder!
Uneingeschränkter Beliebtheit erfreuen sich nach wie vor die
Familientreffen beim KC Flotwedel. Hier werden für jung und
alt und für mehr oder weniger Geübte geeignete Paddeltouren
angeboten. Großen Zuspruch finden wie immer auch
die Pfingstfahrten. Liegt das eventuell an der traditionellen
Pfingstbowle? Erinnert sei an dieser Stelle nur an die Fahrten
2007 und 2008 nach Barum und an die Schlei.
Ein kleiner Kreis findet Spaß und Sport auf wildem Wasser. Besonders die Oker aber auch Bäche in den Alpen
und auf dem Balkan werden aufgesucht.
In letzter Zeit wird im Vereinsprogramm vermehrt auf Bezirksfahrten und andere Gemeinschaftsveranstaltungen
hingewiesen. Ohne großen eigenen organisatorischen Aufwand bietet sich die Möglichkeit, andere Reviere
und Paddler kennen zu lernen. Die Leine-Frühlingsfahrt, die Rintelner Eisfahrt und der Wesermarathon wurden
schon immer gern angenommen.
Uneingeschränkter Beliebtheit erfreuen sich nach wie vor unsere (Winter-)Wanderungen. Mal ging es im Süntel
zum Hohenstein oder im nächsten Jahr zum Mönchstein im Ith.
Eifrige Paddler
Eifrige Paddler sind wir ja eigentlich alle, wenn wir ein
gestecktes Ziel, z. B. eine vorgenommene Strecke oder
schwierige Passage erfolgreich absolviert haben. Besonders
hervorgehoben werden sportliche Leistungen,
die mit möglichst vielen gefahrenen Kilometern belegt
werden können. Anlässlich der Jubiläums-Versammlung
2001 stellte der damalige Wanderwart Christian fest,
dass Walter Brandt mit 1400 Jahreskilometern der
eifrigste Paddler von uns allen war. Und er fragte, ob das
in den letzten Jahren jemals anders war – nein, war es
nicht! Und deshalb erfüllte Walter im darauffolgenden
Jahr sage und schreibe 20 mal die Bedingungen für das
Wanderfahrerabzeichen in Gold!
Im nächsten Jahr konnten 4 unserer Paddelfreunde unter
die 50 besten im Bezirk Hannover kommen. Es waren dies mit 1500 km Christian Zhorzel, selbstverständlich
auch Walter Brandt mit 1300 km Thomas Gleitz mit 1100 km sowie Sieghard Göring mit 800 km. Im Jubiläumsjahr
2011 wird das voraussichtlich noch übertroffen!
Schlusswort
Dem Verein ist es zweifellos gelungen, sich neuen Entwicklungen, Vorlieben und Wünschen seiner Mitglieder zu
öffnen, ohne die traditionellen liebgewonnenen Aktivitäten und Neigungen seiner langjährigen, meist älteren
Mitglieder zu vernachlässigen. Möge dieses auch in der Zukunft so bleiben.
Dem Kanuclub Steinhuder Meer ist zu wünschen, dass er auch zukünftig Heimat und Ansprechpartner für
Anhänger und Freunde eines naturbewussten und –verträglichen Sportes auf allen Gewässern bleibt und die
Interessen seiner Mitglieder vertritt, damit auch in den nächsten 50 Jahren der Kanusport in allen seinen Facetten
möglich bleibt.
Wolfgang Trampler