Märkische Umfahrt Herbst 2015

Eine Woche Zeit zum Paddeln - Traumwetter - ein guter Anlass, um Petra endlich einmal mit auf die Märkische Umfahrt zu nehmen.
Als Startort haben wir uns das Gelände des KC Erkner ausgesucht. Bei schöner Herbstsonne erreichen wir das Gelände, neben dem gerade ein Einkaufskomplex fertiggestellt wurde. Svend vom Verein begrüßt uns freundlich und erzählt, dass wir wohl die letzten Gäste sein werden. Das Gelände muss zum Jahresende geräumt werden, weil ein Investor das so will.
Nach einer erholsamen Nacht werden wir früh durch den Anlieferverkehr nebenan geweckt. So packen wir unsere Sachen und sind früh auf dem Wasser. Bei nahezu Windstille haben wir die Seen fast für uns. Für Segler ist das Wetter nicht atraktiv und wer ist sonst schon außerhalb der Ferien im Herbst auf dem Wasser unterwegs. Wir genießen die Stille. Begleitet von zahlreichen Wasservögeln erreichen wir die Dahme. Anders als bei der Freizeit im letzten Jahr ist sie strömungsfrei und wir können bequem aufwärts fahren. Zur Mittagspause stehen Tisch und Tonnen in der Sonne - das Wiedereinsteigen fällt schwer. Auf der anderen Seite wollen die Etappen auch bewältigt sein. So fahren wir weiter. Der in der Karte eingezeichnete Zeltplatz in Prieros existiert nicht mehr, so fahren wir ein wenig den Schmöldesee hinein und bauen im letzten Tageslicht unser Zelt auf dem Campingplatz dort auf. Nach Kochen und Essen bleibt noch Zeit zum Lesen. Die große Benzinlampe gibt ausreichend Licht. Der Platzwart hatte vor einem diebischen Fuchs gewarnt, der sich gerne gebrauchte Schuhe mitnimmt. Kaum sitzen wir am Tisch streunt er auch schon um unser Zelt, ist aber auch ebenso schnell wieder verschwunden, ohne etwas mitzunehmen. Gut, dass wir jetzt ausreichend Platz im Vorzelt haben, um alles nachts unterstellen zu können.
Am nächsten Tag geht es weiter die Dahme aufwärts. Dabei sind einige Umtragestellen mit Gleiswagen zu bewältigen. Unser Ziel ist das Gasthaus Petkampsberg im Unterspreewald. Doch der Puhlstrom ist wegen Holzfällarbeiten gesperrt. Und nur die Hauptspree rauf und runter fahren wollen wir auch nicht, zumal das einen weiteren Umweg erfordern würde. Wir landen am Neuendorfer See, finden durch die immer größer werdenden Sandbänke eine Rinne zum Campingplatz und genießen dort den Abend unter sternklarem Himmel. Irgendwann wird es zu kalt und wir verziehen uns ins Zelt, das durch die Laterne schnell angenehm warm wird.
Ab jetzt folgen wir der Spree abwärts. Eine leichte Strömung unterstützt uns beim Paddeln. Immer wieder können wir uns nun auf Eisvögel, malerisch vor dem blauen Himmel thronende Kormorane, Reiher und Gänse aufmerksam machen. Unser Zelt schlagen wir an diesem Abend auf eine kleine Wiese auf, gegenüber eines Platzes, auf dem ich bei meiner ersten Rundfahrt schon gestanden habe. Auch hier können wir die Abendsonne  und den Sonnenuntergang am Wasser genießen, bevor wir uns zum Lesen ins Vorzelt zurück ziehen. Von nun an wird die Fahrt noch einsamer. Auf den Spreearmen sind Motorboote zum Teil nicht erlaubt und so haben wir den ganzen Fluss für uns alleine. Da die letzten Etappen kürzer sind und wir meist durch die Strömung unterstützt werden, haben wir nun noch mehr Zeit zum Fotografieren. Immer wieder halte ich auf die zahllosen Eisvögel. Scheu wie sie sind, fliegen sie ja meist weitere, bevor die Kamera einsatzbereit ist. Einige nette Aufnahmen gelingen immerhin. Ein letztes Highlight ist am Samstag die Müggelspree. Hier treffen wir dann auch erstmals wieder auf einige andere Kanufahrer, die das immer noch herrliche Wetter für eine Tagesfahrt nutzen. Nach 185 Kilometern erreichen wir glücklich und gut erholt unseren Ausgangspunkt beim Kanuclub.

Thomas

 
 

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