Ringelgänse für Schnellpaddler

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Ringelganstour 2012 Dies ist keine Tour für Kameraden, die sich nach der Winterpause noch nicht wieder eingepaddelt haben - so stand es in der Ausschreibung. Da passe ich hin, schließlich habe ich keine Winterpause gemacht und seit Oktober schon reichlich Kilometer gesammelt. Treffpunkt sollte Mittwoch um 8 Uhr auf dem Campingplatz in St. Peter-Ording sein. Zu früh, um erst Morgens anzureisen. In St. Peter-Ording gibt es allerdings sieben Campingplätze. Da wir nicht angemeldet waren kann ich nach Rücksprache mit Eckehard einen aussuchen und lande auf einem kleinen, ruhigen Familienplatz am Ortsrand. Bis die anderen eintreffen, entspanne ich bei einem Glas Wein im Auto. Abends dann setzen wir uns an die Fahrtenplanung. Wind und Wetterbericht sind uns freundlich gesonnen, so dass wir wie geplant entlang der Außensände paddeln können. Auf der Seekarte wird der Kurs für den nächsten Tag entworfen. Bei herrlichem Sonnenschein (nach einer verregneten Nacht) können wir am Strand die Boote beladen, bevor wir die Autos auf dem Parkplatz hinter dem Deich abstellen. Im tiefen Sand löst sich eine Klemme von meinem Bootswagen, so dass ich über den Strand noch einmal zurück laufen muss. Zum Glück erfolgreich. Dann geht es mit Kurs 330 los. Von Tonne zu Tonne öffnet sich das Wasser bis am Horizont die Bake vom Süderoogsand auftaucht. Über das Wasser streichen gelegentlich einige dunkle Trauerenten. Auf diesem Abschnitt kommt uns die Tide schon kräftig entgegen, was allerdings nur schwer festzustellen ist, weil die Vergleichspunkte fehlen. Immerhin, die Bake bewegt sich kaum noch von der Stelle, bis wir den Kurs weiter nach Norden korrigieren. Nun geht es flott - für mich manchmal zu flott - mit gebührendem Abstand am Sand entlang. Vor dem flachen Ufer zeichnete sich am Horizont eine weiße Brandung ab; da wollten wir nicht unbedingt quer durch fahren. Das für mich ungewohnt hohe Tempo hat mich bis dahin schon ziemlich ermüdet, zumal mein Boot etwas kopflastig geladen ist und auch in den kleinen Wellen ziemlich stampft. Dennoch, so abgehängt zu werden bin ich nicht gewohnt. Am Nordende des Sandes trägt uns dann die Flut mit Schwung auf Pellworm zu. Allmählich erhebt sich der Kirchturm als Wegmarkierung aus dem Dunst. Immer wieder einmal strecken einzelne Seehunde ihren Kopf aus dem Wasser, um zu beobachten, wer sich denn da durchs Wasser schiebt. Auch die Fahrrinne zur Hallig Hooge hat gute Strömung nach Norden. Trotz-dem werde ich unserem Fahrtenleiter zu langsam und er schlägt vor, die Boote zu tauschen. Im Viererpaket bei dem ruhigen Wasser keine große Herausforderung. Mit dem deutlich schnelleren Boot kann ich dann auch mithalten. Gerade noch in der Zeit können wir so Hooge auf der Südseite umfahren und mit dem letzten auflaufenden Wasser bequem am Seglerhafen anlegen. Schnell stehen die Zelte und wir genießen einen zwar frischen, aber trockenen Abend. Immer wieder umfliegen uns dabei Tausende von Ringelgänsen, die sich zur Zwischenstation auf den Salzwiesen niedergelassen haben. Am nächsten Morgen bin ich wie so oft als erster draußen. Völlig unnötig, denn die Rückfahrt soll erst um 14 Uhr beginnen. Aber die innere Uhr ist einfach stärker. Nach ausführlichem Frühstück, einer heißen Dusche und Gesprächen mit den anderen der Gruppe, geht es mir am zweiten Tag deutlich besser. Gemeinsam besuchen wir das Sturmflutkino und lassen uns vorführen, wie die Hallig aussieht, wenn die Nachrichten „Land unter“ melden. Die Flächen zwischen den Warften verwandeln sich in Meeresflächen, der Wind treibt das Wasser die Rutsche hinauf, doch die Einheimischen finden durchaus noch Wege, um von einer Warft zur anderen gehen zu können. Auf dem Weg können wir außer Austernfischern auch Rotschenkel und eine ganze Gruppe Säbelschnäbler beobachten. Nach dem Mittagessen packen wir allmählich unsere Klamotten wieder in die Boote. Diesmal packe ich so, dass das Boot nicht mehr buglastig fährt. Damit kann ich halbwegs mithalten, auch wenn Eckehard das Tempo noch mal anzieht. Entlang der roten Fahrwassertonnen fahren wir direkt nach Schlüttsiel. Dort steht Eckehards Auto mit Hänger und wir können alle Boote zurück nach St. Peter bringen. Da Peter und ich noch etwas Zeit haben fahren wir nach einer weiteren Nacht auf dem Campingplatz Sass nach Schleswig, um dort die Schlei zu befahren. Bei leicht schiebendem Rückenwind wird es eine Genussfahrt. trotz der Bauarbeiten können wir beim Kanuclub in Schleswig unsere Boote deponieren, bis ein Auto nach Kappeln vorgebracht ist. Einige Segler und eine Flotte von Angelbooten, - offenbar zu einem Wettkampf oder Anangeln? - begleiten uns. Manche der Boote sind so überladen, dass ich den Fahrern wünsche, dass sie keinen An-gelerfolg haben, um die Seetüchtigkeit nicht zu gefährden. Abends stehen wir auf dem schönen Zeltplatz in Missunde und genießen den Sonnenuntergang über dem Wasser. Ein lohnender Ausgangspunkt für weitere Touren.

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