Die Prinzessin wünscht sich ein Schloss – und bekommt es!

Bei Fürstenwetter trafen sich am 28. Februar 24 Mitglieder und Gäste am Bückeburger Schloss. Wir wurden von Frau Hanke, Schloss-Führerin, in Empfang genommen und sie hat uns in die Historie des Schlosses eingeweiht. Es war richtig gutes Infotainment!
Erste Station war die prunkvolle Schlosskapelle, die, weil kurz vorher ein Gottesdienst gefeiert wurde, angenehm warm war. Neu war für die meisten von uns, dass in diesem Gebäude die Herzen der ehemaligen Fürsten unter diesem Saal begraben wurden, denn im Herzen sollte die Seele wohnen. Jedes begrabene Herz wurde mit einem goldenen Stern gekennzeichnet.
Otto der IV hat dieses Schloss erbauen lassen. Der Witwer hat sich in eine Prinzessin aus Braunschweig verliebt – was durchaus auch politische Gründe hatte. Diese Prinzessin war Otto zugetan, doch weil er schon für seine verstorbene Frau ein Schloss (das heutige Finanzamt in Stadthagen) gebaut hatte, würde sie ihn nur heiraten, wenn er ihr auch ein Schloss bauen würde. Gewählt wurde Bückeburg, da da schon eine Wasserburg mit Wehrturm als Rückzugsort, wenn man es mit dem Eintreiben der Zölle von den Durchreisenden zu weit getrieben hatte, vorhanden war.
Schnell wurden die Grundzüge des heutigen Schlosses geplant und der der Rohbau erstellt. Bei einem Besuch der Prinzessin hat sie Fürst Otto gefragt, wo sich denn die Toilette befinden soll. Die war, weil es damals so üblich war, seine Notdurft über einen steinernen Abgang dem Burggraben zu überlassen, eigentlich nicht geplant. Liebe macht blind und es wurde die erste Toilette im Schaumburger Land gebaut. Und schließlich wollte die Prinzessin auch ordentlich feiern, dafür hat der Fürst dann noch einen riesigen prunkvoll gestalteten Ballsaal erbauen lassen. Diesen kann man heute für private Feiern mieten. Dies dürfte nicht ganz billig werden, wenn man im Winter schon eine Woche vorher heizen muss, um beim Feiern 18° C zu erreichen.
Nach zahlreichen Anekdoten und Wissenswertem entließ uns Frau Hanke und wir schlenderten in den Marstall. Pferde riechen wirklich besser als Schweine! Nach der Pferdeschau haben einige viele Sättel aus allen Epochen der Reiterei ausprobiert. Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich keinen Sattel gefunden habe, um damit in Portugal gegen die Spanier zu kämpfen oder wochenlang Vieh zu treiben.
Dann ging es in die Alte Schlossküche: In einem sehr schönen Ambiente haben wir trotz des verbilligtem Gruppentarifs üppige Speisen zu uns genommen. Trotzdem haben einige Teilnehmer gleich dem Abräumen der Teller, Torte gegessen – „die sieht doch sooo lecker aus!“
Zum Abschluss der Veranstaltung ging es zu einem ausgiebigen Spaziergang rund um den Schlosspark.
Klaus Schernewsky

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